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Lotusfeld in Akita

Flora

Flora Japonica ist der Titel eines umfassenden Werkes über die japanische Pflanzenwelt, das  Philipp Franz von Siebold (1796-1866), der große Japan-Forscher, nach seiner Rückkehr aus Japan verfasste. Ihm ist auch die Einfuhr vieler Pflanzen zu danken, die in der Folgezeit in europäischen Gärten und Parks heimisch wurden. Viele Züchtungen bereicherten das Angebot z.B. von Hortensien oder auch Kamelien. Letztere Pflanze liebt eher südlicheres Klima und gedeiht besonders an den Seen Oberitaliens. Aber ein besonderes Exemplar ist in Pillnitz bei Dresden zu bewundern: der Strauch – höchstwahrscheinlich vom schwedischen Botaniker Carl Peter von Thunberg (1743-1828) nach Europa gebracht – steht seit mehr als 200 Jahren an demselben Platz, hat wie durch ein Wunder überlebt.

Auch der in China und Japan beheimatete Ginkgo wurde schon vor Siebolds Zeiten nach Europa gebracht. Die erste Beschreibung dieses Baumes stammt vom Japanforscher Engelbert Kämpfer (1651-1716). Von erstaunlicher Lebenskraft, werden Ginkgobäume Hunderte von Jahren alt. Wegen ihrer Robustheit sind sie auch bei Stadtplanern beliebt, so dass sie ganze Straßen säumen. Spektakulär sind die Exemplare, die den Atombombenabwurf von Hiroshima und Nagasaki überlebten.

Der Blauglockenbaum, Paulownia, findet klimatisch günstige Bedingungen z.B. im Bereich der oberitalienischen Seen, ist aber auch in unseren Breiten hier und da anzutreffen. Das federleichte Holz dieses Baumes wird in Japan für die Herstellung traditioneller Kästchen, Kästen und Kommoden (tansu) verwendet.

Von den vielen „Japan-Pflanzen“ sind in unseren Gärten besonders verbreitet: die Hosta oder Funkie, eine Anemonenart (Anemone Hupehensis), die Weigelie, aber auch die unten abgebildeten Kerria japonica oder Ranunkelstrauch und Skimmia japonica. Einen großartigen Überblick über die „Siebold-Pflanzen“ und die Geschichte des Botaniktransfers von Japan nach Deutschland bot die Ausstellung „Aus dem Land der blauen Hortensie“ im Sommer 2009 in Passau. 

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