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Lotusfeld in Akita

Kalligraphie

In Japan nennt man diese Kunst Shodō. Das bedeutet, dass sie wie andere japanische Künste als „Weg“ () betrachtet wird, den man beschreitet, um ein Ziel zu erreichen. Dieses Ziel ist letztlich Vollkommenheit; aber die Bescheidenheit gebietet es, sich immer als Übenden zu betrachten, der vielleicht nie ankommen wird. Die gleiche Haltung bestimmt auch das Tun all derer, die sich auf den „Blumenweg“(kadō (=Ikebana) begeben, die Teezeremonie lernen (chadō) oder sich der Kunst des Bogenschießens (kyūdō) oder der Fechtkunst (kendō) widmen.

Shodō ist also mehr als dekorative Schönschrift im abendländischen Sinne. Von dieser unterscheidet sich das „künstlerisch geschulte Schreiben“ der Ostasiaten dadurch, „Dass es gerade die Persönlichkeit des Schreibenden in vollem Maße und in unmittelbarer Anschaulichkeit zum Ausdruck bringt, durch dieses Medium aber ein Überpersönliches erscheinen lässt“. (Dietrich Seckel)