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Lotusfeld in Akita

Japanische Musikinstrumente

Die Bambusflöte Shakuhachi  kam mit der buddhistischen Musik im 6. Jht. nach Japan. Sie wurde in alter Zeit von Wander- und Bettelmönchen gespielt. Diese trugen als Kopfbedeckung einen Korb, um sich gegen die Umwelt abzuschirmen, die sie aber gleichzeitig durch Sehschlitze beobachten konnten. Nach den Machtkämpfen Ende des 16. Jhts. zogen auch zahlreiche herrenlose Samurai (rônin), die mit dem Herrn auch ihren sozialen Rang und Privilegien verloren hatten, in dieser Aufmachung durch das Land, oftmals auf Rache am Verursacher ihres Unglücks bedacht. Sie erhielten durch ein Gesetz das Privileg, durch Flötenspiel um Almosen betteln zu dürfen, mussten sich allerdings der Regierung des Shogun, der jeglichen Aufruhr im Keim ersticken wollte, als Spione zur Verfügung stellen. Seit Anfang des 20. Jhts. ist die Shakuhachi weitgehend ein weltliches Soloinstrument, hat aber weiterhin große Bedeutung für die buddhistische Meditation. Zahlreiche überlieferte Werke, die heute noch gespielt werden, waren und sind als Meditationshilfe geschätzt.

Der Bau des Instruments ist eine große Kunst und erfordert sehr viel Zeit. Das Erlernen des Spiels auf der Bambusflöte ist ein noch viel längerer Prozess. Die meisten Shakuhachi haben 4 Löcher und ein weiteres Loch auf der Rückseite. Neben den 5 Grundtönen können weitere Tonhöhen dadurch erreicht werden, dass z.B. ein Loch nur halb bedeckt oder der Tonansatz verändert wird. Das Ergebnis sind Vierteltöne oder noch feinere Nuancen. Diese tragen zusammen mit einer relativ freien Rhythmik zum besonderen Charakter dieser Musik bei.

Die japanische Zither Koto, deren Ursprung in China zu finden ist, war zunächst ein höfisches Instrument, das in der Literatur häufig erwähnt wurde. Später gehörte es nicht nur beim Adel, sondern auch im aufstrebenden Bürgertum zum guten Ton, die Tochter im Kotospiel unterweisen zu lassen. Eine Quelle aus dem 17. Jht. erwähnt Kompositionen, die noch heute als Glanzstücke zum Repertoire eines Kotospielers gehören.

Die Koto, in der Regel aus Paulowniaholz angefertigt, ist mit 13 seidenen Saiten bespannt. (Eine 17-saitige wurde im 20. Jht. kreiert.) Diese laufen über einzelne Stege und werden mit Fingerplektren angerissen.. Durch Verschieben der Stege kann die Stimmung variiert werden, ebenso – während eines Stückes – durch Druck der linken Hand auf die Saite. Klangveränderungen werden erzielt durch Glissando oder Tremolo, durch Verzicht auf das Plektrum, Verdrehen einer Saite mit der linken Hand, oder indem mit zwei Fingern über die Länge einer Saite gestrichen wird. – Die immer sehr melodische Koto-Musik kommt dem westlichen Geschmack entgegen, bleibt aber von exotischem Reiz.

Das San-gen (=drei Saiten), auch Shamisen genannt, wurde im 16. Jht. von den südlichen Ryukyu-Inseln übernommen. Es ist das volkstümlichste Instrument, da es zur Begleitung von Gesang und Rezitation verwendet wird. Seit der Edo-Zeit (ca.1600-1868) gibt es ein großes Repertoire dramatisch erzählender oder lyrischer Gesänge. Für eine Geisha war es selbstverständlich, dieses Instrument zu beherrschen. Mit seinem eigentümlichen Klang – zirpend, schnarrend, in tieferen Lagen spröde-melancholisch – ist Shamisen ein wesentliches Element der Musik im volkstümlichen Kabuki- wie auch im Bunraku-Theater, dem spezifisch japanischen Puppentheater. – Das Instrument wurde traditionell aus rotem Sandelholz, Maulbeerholz u.a. angefertigt. Zur Bespannung wurde. meist Katzenhaut verwendet. Der lange Hals ist oft dreiteilig montiert. Über ihn laufen drei gedrehte Seidensaiten, die Wirbel sowie das Plektrum sind aus Holz oder Elfenbein.