Norbert Palsa neuer 1. Vorsitzender

10.1.2019    Norbert Palsa (62) wurde einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Passau gewählt. „Dank meiner Vorgängerin Sibylle Rauscher ist der Verein bestens aufgestellt“, sagt der ehemalige Topmanager, der mehrere Jahre in Tokyo das Japan-Geschäft der Bayerischen Landesbank mitverantwortete und mittlerweile im Ruhestand ist. Er möchte mit Wirtschaftsthemen das künftige Programm der DJG bereichern, zudem Kultur und Alltag im modernen Japan stärker in den Vordergrund rücken. Palsa wünscht sich, „neue Mitglieder, auch mittleren Alters, für den Verein gewinnen zu können“. Immer mehr Deutsche entdeckten Japan als Reiseziel, außerdem werde die Sommer-Olympiade 2020 in Tokyo den Blick auf dieses faszinierende Land lenken.

In ihrem Amt bestätigt wurden Yoriko Czerny als zweite Vorsitzende, Hans-Martin Burkert als Schatzmeister und Eva Riesinger als Schriftführerin. Beisitzer sind Dr. Angelika Adam, Prof. Dr. Ulrich Manthe, Ikuko Zur und neu Chisato Nagai-Schaller. Als Kassenprüfer fungieren weiterhin Joseph Schropp und Reinhold Zur.

Norbert Palsa dankte Sibylle Rauscher für 16 Jahre als erste Vorsitzende und 19 Jahre als dritte Vorsitzende. Rauscher stellte ihr Amt zur Verfügung, „weil ich mich wieder mehr anderen Interessen widmen möchte. Diese kamen in den letzten Jahren einfach zu kurz.“ Zuletzt hatte sie die Feierlichkeiten zum 35-jährigen Jubiläum der DJG Passau ausgerichtet, unter anderem mit einer Ausstellung zu japanischen Gärten und Landschaften im Passauer Kulturmodell. Dort hatte die ehemalige Vorsitzende 1994 auch ihre erste DJG-Ausstellung gezeigt: „Schöne Tradition“.

Weitere Ausstellungen sollten folgen und viel Aufsehen erregen, etwa 2003 über japanische Stoffblumen. 2007 waren in der Sankt-Anna-Kapelle Landschaftslithographien von Higashiyama Kaii und Skulpturen von Kunihiko Kato zu sehen, 2008 eröffnete im Kulturmodell nach zweijähriger Vorbereitung die Ausstellung „Faszination Japan Inspiration“, die im Anschluss nach Würzburg, Bielefeld und Bad Säckingen wanderte. 2009 folgte im WGP-Gewölbe „Aus dem Land der blauen Hortensie“ mit Pflanzenpräparaten aus dem Botanik-Museum Berlin-Dahlem, 2011 „Neujahr in Japan“ im Kulturmodell und 2013 „Japans Lackkunst“ in der Staatlichen Bibliothek.

Mit zahlreichen Konzerten, Lesungen und Vorträgen, Kirschblütenfesten und Teezeremonien, aber auch Kulturreisen brachte Sibylle Rauscher Interessierten das ferne Land nahe. Sie belebte außerdem die Städtepartnerschaft von Passau und Akita immer wieder neu. So reiste zu deren 30-jährigem Bestehen 2014 eine Gruppe von Bürgern und Stadträten, angeführt von Bürgermeisterin Erika Träger, mit der DJG nach Akita. Dieses Jahr wird die Gesellschaft mit ihrem neuen Vorsitzenden Norbert Palsa das 35-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft feiern. Dazu werden im Oktober eine hochrangige Delegation und ein Chor der Stadt Akita nach Passau kommen. Die Vorbereitungen laufen bereits.

Zum Jahr des Hundes

1.1.2018    Die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Passau e.V. wünscht ihren Mitgliedern und Freunden ein gutes neues Jahr!

2018 ist das 30. Jahr der Regierungsära Heisei (sprich: he’i-sse’i) und nach dem ostasiatischen Kalender im 12-Jahreszyklus wieder ein Jahr des Hundes. Ein winterlicher Holzschnitt von Hokusai (19.Jht.), der für seine humorvollen Bildkompositionen berühmt ist, zeigt einen Fuji aus Schnee, auf dem sich allerdings zwei Katzen vergnügen. Aber hier liegt Schnee!

Japanisches Glas in Frauenau

25.6.2017    Die DJG besuchte „Kokoro – Japanisches Glas heute“ im Glasmuseum Frauenau. Eines der zentralen Exponate, „Botschaft aus der Vergangenheit“, kam mit Unterstützung der Gesellschaft in die Ausstellung. Der Künstler des Werks, Takahito Komure, lehrt als Professor an der Kunstuniversität in der Passauer Partnerstadt Akita.

Die Schau beschränkt sich auf wenige Werke und zeugt dennoch von der Fülle und Qualität glaskünstlerischen Schaffens in Japan. Die reduzierte Ästhetik der Werke lässt viel Raum für Assoziationen – und gelegentlich sogar den Werkstoff vergessen. Machiko Ito etwa erschafft mit Glasgarn und Häkelnadel zarte, wie aus Seidengarn anmutende Gebilde. An Blöcke aus Eis und Schnee erinnern die Objekte von Yoshiaki Kojiro, der Glasmasse aufschäumt, dem Zufall die endgültige Form überlassend. Einziger Wermutstropfen für die Besucher: diese wunderbaren Werke nicht mit den Händen erfahren zu dürfen. Den Ausflug der DJG Passau rundete ein Besuch der Galerie am Museum Eisch Atelier ab.

Es schmeckt mir!

11.-12.2.2017    „Oishii!“ (Es schmeckt mir!) – sagen die Japaner, um Wohlgeschmack am Esstisch zu signalisieren. Zur gleichnamigen Ausstellung reiste die Deutsch-Japanische Gesellschaft Passau nach Stuttgart ins Linden-Museum. Rund 25 Teilnehmer informierten sich über den Anbau von Reis und seine Bedeutung für die japanische Gesellschaft, über den „heiligen Trank“ Sake, die Rolle von Fisch, Meeresfrüchten und Algen, von Gemüse, Nudeln und Würzmitteln. Auch die Welt der Teetraditionen (Chanoyu und Sencha) sowie die Kultur des Picknicks wurden anschaulich vermittelt. Die Ausstellung überzeugt auch deshalb, weil sie mit multimedialen Elementen wie Filmen und Projektionen die Brücke zwischen historischen Exponaten und der Gegenwart schlägt. Selbst wenn ein Japaner die Instantnudeln erfand und sich die Küche durch Einflüsse von außen verändert, waren sich die Teilnehmer einig: Japan hat sich mit der Pflege seiner Esskultur ein Stück Identität bewahrt.

Ein weiterer Besuch führte in die Stuttgarter Staatsgalerie „Ans andere Ende der Welt“, eine Ausstellung, die japanische Farbholzschnitte impressionistischen Grafiken gegenüberstellt. In der fremden Bildwelt von Edo (dem heutigen Tokyo) begegneten europäische Künstler des 19. Jahrhunderts wie Pierre Bonnard, Henri de Toulouse-Lautrec und Paul Gauguin der bunten Welt des Theaters, der Vergnügungsviertel und der Mode. Vor allem im Medium des Farbholzschnittes gelangten diese „Bilder der fließenden Welt“ (Ukiyo-e) nach Europa. Die Impressionisten waren die ersten, die sich systematisch mit japanischer Kunst auseinandersetzten und auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen inspirieren ließen: In den farbenfrohen japanischen Drucken fanden sie Schönheit und Ausdruckskraft der geschwungenen Linie, simultane Perspektiven und überbordende Ornamentik. So stehen die Impressionisten am Anfang der großen Kunstströmung, die als Japonismus bezeichnet wird.

Orden für 1. Vorsitzende Sibylle Rauscher

27.6.2016    Im Rahmen einer Feier verlieh Generalkonsul Yanagi den „Orden der aufgehenden Sonne, goldene und silberne Strahlen“ an Sibylle Rauscher, 1. Vorsitzende der Deutsch-Japanischen Gesellschaft  Passau. Mit dieser besonderen Auszeichnung wurde Rauschers Einsatz für die deutsch-japanische Freundschaft, insbesondere für die Beziehungen zwischen den Partnerstädten Passau und Akita, sowie für die Vorstellung der japanischen Kultur gewürdigt. Die Geehrte betonte in ihrer Dankesrede, wie wichtig die Mitwirkung des Vorstandes der DJG sowie die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt  und das wohlwollende Interesse des Generalkonsulats bei allen Aktivitäten gewesen seien.

Der Generalkonsul verlas nicht nur die japanische Urkunde, sondern auch ein Grußwort des Oberbürgermeisters von Akita, Motomu Hozumi. Eine Laudatio hielt Wolfgang Klein-Langner, der langjährige Vorsitzende der Würzburger Siebold-Gesellschaft, mit der die DJG Passau gute Kontakte pflegt. Unter den Anwesenden war auch Dr. Richtsfeld vom „Museum Fünf Kontinente“, mit dem die DJG bei eigenen Ausstellungen zusammengearbeitet hatte. Besonders freute sich Sibylle Rauscher, dass auch ein Gast aus Akita, Mitglied der dortigen Japanisch-Deutschen Gesellschaft, dabei war. Aus Passau waren der Vorstand und drei Beiräte angereist, zusammen mit dem ehemaligen Kulturamtsleiter Reinhard Wachtveitl, der viele Jahre für die Städtepartnerschaft mit Akita zuständig gewesen war.